Was bedeutet China-Kompetenz im Hochschulkontext?
Technische Universität Chemnitz
Vor dem Hintergrund zunehmender globaler Verflechtungen sowie der Bedeutung Chinas in Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft gewinnt China-Kompetenz auch im Hochschulkontext zunehmend an Bedeutung.
An der TU Chemnitz zeigt sich China-Kompetenz nicht in einem einzelnen Programm, sondern im Zusammenspiel sprachlicher Qualifizierung, internationaler Kooperationen und institutionell verankerter Austauschformate. Entscheidend ist dabei weniger das isolierte Angebot einzelner Maßnahmen als vielmehr ihr Zusammenspiel.
Im Mittelpunkt stehen Sprachangebote, Hochschulpartnerschaften sowie Dialogformate, die den Austausch zwischen Studierenden, Forschenden und regionalen Akteuren fördern. Ergänzt werden diese Strukturen durch das Internationale Universitätszentrum (IUZ), das als zentrale Schnittstelle für internationale Mobilität fungiert. China-Kompetenz lässt sich in diesem Zusammenhang als die Fähigkeit verstehen, durch Sprache, Austausch und institutionelle Vernetzung systematisch Zugänge zu China-bezogenen Kontexten zu schaffen und internationale Kooperationen aktiv zu gestalten.
Sprachliche Qualifizierung und kulturelle Grundlagen
Ein wesentlicher Baustein der China-Kompetenz der TU Chemnitz liegt in der sprachlichen Qualifizierung, die am Zentrum für Fremdsprachen institutionell verankert ist. Die angebotenen Chinesisch-Kurse auf den Niveaustufen A1 und A2 richten sich an Studierende sowie Mitarbeitende der Universität und vermitteln grundlegende sprachliche Kompetenzen. Zugleich eröffnen sie einen ersten Zugang zu kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten.
Für viele Teilnehmende bedeutet dies den ersten Kontakt mit einer ihnen bislang fremden Schrift- und Lautstruktur – eine Erfahrung, die vertraute Sprach- und Kommunikationsmuster infrage stellt und neue Perspektiven auf zwischenkulturelle Verständigung eröffnet. Bereits einfache Dialoge machen Unterschiede in Kommunikationslogiken sichtbar und fördern ein erstes Verständnis für kulturell geprägte Interaktionsformen.
Ergänzend zum Spracherwerb werden kulturelle und gesellschaftliche Hintergründe thematisiert, die helfen, sprachliche Situationen kulturell einzuordnen und besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage lassen sich weiterführende internationale Erfahrungen – etwa im Rahmen eines Auslandsaufenthalts oder im Austausch mit internationalen Studierenden im Rahmen des Sprachentandem-Programms des IUZ – reflektieren und in einen größeren interkulturellen Zusammenhang einbetten.
Dialogformat: Let’s talk China – Chinastammtisch (YiQi)
„Let’s Talk China – China-Stammtisch”
Zu den zentralen Dialogformaten der China-bezogenen Aktivitäten an der TU Chemnitz zählt der Let’s Talk China – Chinastammtisch, der im Rahmen des China-Kompetenzzentrums Sachsen YiQi veranstaltet wird. Der Chinastammtisch ist als kontinuierlich stattfindender Austauschraum angelegt und verbindet unterschiedliche institutionelle und berufliche Perspektiven auf China.
Im Zentrum stehen dabei konkrete thematische Schwerpunkte, die jeweils aktuelle Entwicklungen im China-Kontext aufgreifen und aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert werden. Dazu zählen unter anderem die Perspektiven der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China:
· Was ist für erfolgreiche Kooperation mit China zu beachten? Mit welchen kulturellen Aspekten sollte ich mich beschäftigen?
· Wie sicher ist meine Forschung in der Kooperation mit China?
· Wie finde ich passende Kooperationspartner im Hochschulbereich sowie KMU in China?
· Was gibt es für unterschiedliche Wirtschaftszonen in China?
· Welche rechtlichen Formen einer Gründung gibt es für Deutsche, ein Unternehmen in China zu gründen?
· Welche finanziellen Fragestellungen sind im Austausch mit China zu berücksichtigen?
Darüber hinaus bilden gesellschaftliche und mediale Dynamiken, etwa die Darstellung Chinas in europäischen Medien, einen wiederkehrenden Schwerpunkt. Ebenso werden aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Innovation, Technologie und Forschungstransfer zwischen Deutschland und China diskutiert. Weiterhin stehen Fragen zur interkulturellen Wahrnehmung oder Unterschiede in Kommunikations- und Arbeitskulturen zwischen deutschen und chinesischen Kontexten im Fokus. Auch bildungsbezogene Themen wie Erfahrungen der Vortragenden oder Gäste mit Studien-, Forschungs- oder Arbeitserfahrungen in China werden regelmäßig aufgegriffen.
Das Format richtet sich an Forschende, Verwaltungsmitarbeitende der Hochschulen, Unternehmer:innen mit Fokus auf dem Austausch sowie China-Interessierte. Zudem wird der Chinastammtisch regelmäßig durch Delegationsbesuche internationaler Partner bereichert.
Der Stammtisch ist als offener Diskussionsraum konzipiert. Nach inhaltlichen Impulsen, meist in Form von Gastvorträgen, folgt eine moderierte Diskussion, in der die Teilnehmenden eigene Perspektiven einbringen können. Dadurch entstehen direkte Bezüge zwischen wissenschaftlicher Analyse, praktischer Erfahrung und regionalen Blickwinkeln.
Der Chinastammtisch macht China-bezogene Themen aus unterschiedlichen Perspektiven sichtbar und schafft Raum für offenen Austausch. Wissenschaftliche, berufliche und persönliche Erfahrungen werden dabei miteinander verbunden und neue Kontakte zwischen den Teilnehmenden ermöglicht. Besonders Erfahrungsberichte von Teilnehmenden ermöglichen Einblicke jenseits theoretischer Perspektiven und machen das Format zu einem zentralen Baustein des China-bezogenen Austauschs an der TU Chemnitz.
Interessierte können sich gerne mit ihren Fragen an Benjamin Schreiber wenden.
Internationale Kooperationen und Austausch
TU Chemnitz, Internationales Universitätszentrum (IUZ)
Die Kooperationen mit chinesischen Partnerhochschulen bilden einen weiteren zentralen Bestandteil der China-Kompetenz der TU Chemnitz.
Eine der wichtigsten Partneruniversitäten für Austauschstudierende ist die Nanjing Universität (NJU), mit der in zahlreichen Fachbereichen Möglichkeiten des Austauschs bestehen. Die NJU zählt zu den renommiertesten Universitäten des Landes und verfügt über eine jahrhundertelange Historie. Zwischen ihr und der TU besteht bereits seit 2016 eine Partnerschaft auf Universitätsebene.
Des Weiteren pflegt die TU seit 2024 eine neue Partnerschaft mit der Sun Yat-sen Universität aus Guangzhou. Sie ist insbesondere für Studierende der Anglistik/Amerikanistik sowie des Instituts für Germanistik und Interkulturelle Kommunikation eine attraktive Partnerhochschule.
Für die NJU stehen 4 und für die Sun Yat-sen Universität insgesamt 13 Austauschplätze pro Semester zur Verfügung (Stand: Frühjahr 2026).
Förderung und Organisation von Auslandsaufenthalten
TU Chemnitz, Internationales Universitätszentrum (IUZ)
Damit ein Auslandsaufenthalt nicht nur theoretisch möglich, sondern auch praktisch umsetzbar wird, stehen Studierenden verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Für den Austausch nach China bietet sich vor allem das PROMOS-Stipendium an, das finanzielle Unterstützung für Studienaufenthalte sowie Unterstützung bei Praktika für Studierende und Doktorand:innen im Ausland bereitstellt. Weitere Möglichkeiten der Förderung, wie das Programm Studienstiftung des deutschen Volkes, finden sich in der Stipendiendatenbank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).
Neben der finanziellen Förderung spielt auch die organisatorische Begleitung eine zentrale Rolle. Diese wird an der TU durch das Internationale Universitätszentrum (IUZ) übernommen, das als zentrale Anlaufstelle für internationale Mobilität von Incoming- und Outgoing-Studierenden fungiert.
Auch während und nach dem Auslandsaufenthalt bleibt das IUZ eine wichtige Anlaufstelle, etwa bei administrativen Fragen oder der Nachbereitung des Aufenthalts. Damit begleitet es Studierende über den gesamten Prozess hinweg – von der ersten Orientierung bis zur Rückkehr.
Auf diese Weise verbindet die TU Chemnitz sprachliche, wissenschaftliche und interkulturelle Perspektiven zu einem praxisnahen Verständnis von China-Kompetenz im Hochschulkontext.